Getrennte Kasse

 

Postkasten

Unsere Hauptpost wurde gerade umgebaut, alles soll servicefreundlicher werden. Ein Gedanke war zum Beispiel, dass sich nun die Kunden je nach gewünschter Serviceleistung einreihen. Das hat den Vorteil, dass – besonders vor den Feiertagen – Paketkunden und Kunden die lediglich Briefmarken brauchen, nicht in einer einzigen langen Schlange stehen müssen. Um ihre Kunden nicht durch ein Übermaß an Schaltern zu verwirren, hat die Post folgerichtig zwei von ihnen geschlossen.

Da mich jegliche „Serviceoptimierung“ beunruhigt – sie bedeutet fast immer, dass eine mir wichtige Dienstleistung wegfällt – begann mit einer eher kleinen Aufgabe: Dem Erwerb eines kleinen Packsets und einer Briefmarke. Mit einem Packset aus dem Regal in der Hand kam ich in der richtigen Schlange auch sehr schnell an einen Schalter. Die Postlerin klärte mich darüber auf, dass ich bei ihr zwar das Packset für 1,69 € erwerben könne, nicht aber das notwendige Porto über 3,95 €. Dafür müsse ich dann nämlich zum Philatelieschalter an der anderen Seite der Halle wechseln.

Seufzend kaufte ich das Packset und zahlte es mit einem Fünfeuroschein. Den brachte die Mitarbeiterin in den weiter entfernten, hinteren Bereich und stellte sich dann, ohne das Wechselgeld, wieder zu mir. Pragmatiker der ich bin, fragte ich sie gar nicht erst, warum es nicht ginge ein Packset nebst Frankierung in einem Durchgang zu erstehen, sondern bat sie um einen Tipp, wie ich es künftig regelkonform hinbekäme.

Doch, das ginge, natürlich: Ich müsste mir einfach ein Packset aus dem Regal nehmen, mein Päckchen an Ort und Stelle packen und dann damit zum Schalter gehen. Ich fragte sie wo der Unterschied ist, denn die Buchungsorte und -vorgänge wären dann doch identisch mit denen meines Fehlversuchs. Nach kurzem Nachdenken musste meine Postlerin plötzlich wieder ganz nach hinten um mein Wechselgeld zu holen.

Erfreulicherweise gab es keine Schlange vor dem Philatelieschalter, so konnte ich nach dem Erwerb der Briefmarke endlich Alles zusammenfügen.

Ich halte nun rein gar nichts von reflexhaftem Bahn- oder Post-Bashing, aber es wäre mir doch lieber, wenn die Post wieder etwas serviceunfreundlicher würde. Und zwar so, dass ich zusammenhängende Dinge auch in einem Gang und an einem Schalter erledigen kann. Und dass die Mitarbeiter für einen Kassiervorgang zweimal nach hinten laufen sowie eine kleine Wartepause einlegen müssen, kann mir zwar herzlich egal sein, aber es übersteigt mein ziemlich rationales Denken vollends.

Die Postagentur in der mir benachbarten Staples-Filale erledigt so etwas – und auch Komplexeres – wesentlich einfacher und mit einer Logik, die meiner deutlich näherkommt. Das Packset hat übrigens eine, mir in Anbetracht der offensichtlich schwierigen Handlungen geradezu witzig erscheinende Artikelnummer: „08/15“.

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