Wunschlos glücklich

Weihnachtlicher Sternenglanz über dem Kohlmarkt. Foto: Andreas Maxbauer

Weihnachtlicher Sternenglanz über dem Kohlmarkt.
Foto: Andreas Maxbauer

Mein liebes Braunschweig,

nun kommt schon unser viertes gemeinsames Weihnachtsfest, ganz plötzlich ist es wieder da und ich bin völlig unvorbereitet. Ich habe nicht einmal eine Idee, was ich Dir schenken oder von Dir wünschen könnte.

Am besten wird es wohl sein, wenn wir uns beide nichts schenken, schließlich sind wir schon erwachsen. Obwohl, gerade im letzten Jahr hatte es mit meinen Wunsch richtig gut geklappt. Ich wünschte mir, dass Du die Leonardstraße wieder aufreißt, damit die Tramlinie 5 den kurzen Weg zum Hauptbahnhof nimmt. Du hast mich wirklich überrascht, seit einem Vierteljahr wird wieder gebaut und ich spare gut fünf Minuten pro Strecke. Wenn ich es recht überlege, fällt mir auch nichts Besonderes zum Wünschen ein, ich fühle mich mit Dir sehr wohl. Dazu trug das fast vergangene Jahr ordentlich bei.

Eines der Highlights war der auch in Braunschweig organisierte Worldwide Photowalk, an dem mehr als vierzig Fotografen teilnahmen, darunter Freunde, Kollegen, Bekannte. Was wir in drei Stunden sahen ist enorm, ich staune immer noch, was alles nie zuvor von mir bemerkt wurde obschon die Route komplett durch „mein Revier“ führte.

Bei meiner eigenen Foto AG lasse ich mich der vielen Mittwochstermine wegen leider viel zu wenig sehen. Aber auch bei unserem abendlichen Fotostreifzug um St. Aegidien war ich sehr angetan davon, wie Andere dich sehen und mit welcher Qualität sie dich fotografieren. Und unsere große Ausstellung „Abbilder“, die wir im Juli in der Sparkasse neben dem Rathaus zeigen konnten, war schon klasse. Hier und bei anderen Gelegenheiten lernte ich, wie gut und schnell es möglich ist, sich in Braunschweig zu vernetzen und mal eben ansonsten geschlossene Räume zu öffnen, auch im übertragenen Sinne.

Ein weiterer Höhepunkt war mein erster, längst überfälliger Besuch in der Brunsviga, der mit Sicherheit nicht mein letzter war. Mit der Gegend nicht vertraut, fragten wir eine junge Frau nach dem Weg und sie machte einen kleinen Umweg um uns bis vor die Haustür zu bringen. Dabei bekamen wir nebenbei mit, wie ein älteres Paar einen Autofahrer in eine enge Parklücke lotste. Diese spontane Hilfsbereitschaft und Höflichkeit der Braunschweiger begeistert mich jedesmal wieder.

Ich erlebe das oft mittwochs, wenn wir am Mittag auf dem Altstadtmarkt unsere Suppe essen. Es ist dort etwas beengt, deshalb stehen fremde Menschen gemeinsam um den Tisch. Bisher verging dort keine Mittagspause, in der es nicht einen netten Plausch mit anderen Marktbesuchern gegeben hätte. Wie schön, dass das ab jetzt jeden Mittag möglich ist, denn der Standbesitzer hat letzte Woche in dem leeren Pavillon auf dem Kohlmarkt eine Suppenküche eröffnet. Im Winter ist es noch nicht so behaglich dort (wenn auch wärmer als auf dem Marktplatz) aber im Sommer wird es großartig sein. Und sogar ein wenig Vielfalt kommt gleich auf den Kohlmarkt, denn mittlerweile gibt es dort sechs Cafés die fast alle den gleichen Cappuccino anbieten.

Ich kann und will also nicht klagen, es passieren viele schöne kleine Dinge, liebes Braunschweig. Obwohl – oder gerade – weil wir uns schon gut aneinander gewöhnt haben. Das lässt mich in Vorfreude auf das kommende Jahr blicken, das ich wieder gerne mit Dir verbringe.

Ob ich mir nicht doch etwas wünsche, möchtest Du wissen? Nö, lass‘ mal, es geschieht ohnehin soviel Gutes zwischen uns. In diesem Sinne, wünsche ich uns ein fröhliches Weihnachtsfest!

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