Häuserkampf

Es gibt im Wesentlichen zwei Meinungen über die Stadt: „Braunschweig ist hässlich“ und „Braunschweig ist schön“. Meinungen dazwischen sind offensichtlich untersagt. Ich denke, dass Braunschweig von beidem geprägt ist und zwar in gleichem Maße. Der persönliche Standpunkt ist eigentlich ein räumlicher, denn die Schönheit und Hässlichkeit Braunschweigs sind davon abhängig, wo man sich gerade befindet.

Einerseits hat Braunschweig viel zu bieten, gerade an mittelalterlicher und klassizistischer Architektur. Das erste ist stark von klerikaler und weltlicher Herrschaft geprägt, das zweite von einem selbstbewussten Bürgertum – Positionen, an denen sich der Braunschweiger auch heute noch gerne orientiert. Andererseits gibt es viele, viele unsägliche Gebäude, die an große Schließfächer erinnern, mit architektonisch verwahrlosten Fassaden, die zu allem Überfluss auch noch pastellfarben angemalt sind.

Dieser kontrastreiche Dualismus ist die Folge einer „pragmatischen“ Städteplanung nach dem Weltkrieg (Braunschweig war zuvor die größte Fachwerkstadt Deutschlands). Es gab keine wirkliche und dauerhafte Konzeption, aufgrund derer sich die kleinteilige Altstadt mit einer autogerechten Großstadt in Einklang bringen ließ.

Daneben gibt es neue spannende Architektur, z.B. moderne Stadtvillen, etwa im Wilhelmitor-Bezirk, oder das knallebunte Rizzi-Haus neben der Schlossfassade oder die Bibliothek der HBK, die der Hannoveraner als mexikanischen EXPO-Pavillon kennt.

Der Architekturstudiengang in Braunschweig ist doch berühmt – kann er da nicht mal was vor Ort machen?

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